Geld spielt keine Rolle
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TurfTimes:
Am finalen Tag von „Book 1“ der Tattersalls October Yearling Sale in Newmarket gab es noch einmal einen Zuschlag, der alles Bisherige in den Schatten stellte. Es war am vergangenen Freitag bereits früher Abend, als nur sieben Lots vor dem Finale der Auktion erstmals während der drei Tage die Gebote in siebenstellige Regionen kletterten. Im Ring war eine Galileo-Halbschwester zu zwei Gr. I-Siegerinnen, Seqooyah (Sadler’s Wells), Mutter u.a. des mehrfachen Gr. I-Siegers und Deckhengstes Henrythenavigator ( Kingmambo), und Listen (Sadler’s Wells). Die Mutter Brigid ist eine dreijährig erfolgreiche Irish River-Tochter. Bei diesem Pedigree war viel Interesse garantiert, den Zuschlag bekam letztendlich der Agent Charlie Gordon-Watson, der die Stute für 1,7 Millionen Guineas im Auftrag von Nurlan Bizakov erwarb. Der Unternehmer aus Kasachstan hat vor nicht allzu langer Zeit das Hesmonds Stud in Sussex übernommen, baut sich gerade eine hochwertige Herde von Stuten auf.
„Ehrlich gesagt, hätte ich nicht gedacht, dass sie so teuer wird“, meinte Gordon-Watson, „aber mein Kunde möchte nur das Beste haben und dann muss man eben solche Pferde haben.“ Es war der teuerste Jährling 2011 weltweit, diese Marke wird mit Sicherheit auch Bestand haben. Richard Brown von Blandford Bloodstock und der Australier Paul Makin zählten zu denjenigen, die sich als weitere Bieter bei der Stute, die am 1. Januar 2010 geboren wurde, geschlagen geben mussten. In größere Höhen stieß an dem Tag noch eine weitere Galileo-Stute vor. Die Schwester von drei Black Type-Siegern, deren Mutter Witch of Fife eine listenplatziert gelaufene Lear Fan-Tochter ist, erzielte 850.000 gns. und ging an Sir Robert Ogden.
Das Gesamtergebnis der Auktion war angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Weltlage und auch der nicht unbedingt aufregenden Situation im englischen Rennsport erstaunlich. „Geradezu surreal“, hieß es zur Atmosphäre in den Park Paddocks, wobei sich auch die großen Investoren wie Scheich Mohammed oder Coolmore nicht zurückhielten. Darley in Person von John Ferguson war am Ende sogar der stärkste Käufer der Auktion, war wesentlich aktiver als noch vor Jahresfrist. Unverändert beschränken sich seine Käufe aber auf Nachkommen von Darley-Hengsten, die einzige Ausnahme war Oasis Dream.
„Nicht einmal die kühnsten Optimisten konnten vorhersagen, dass dies eine solche Auktion werden würde“, kommentierte Tattersalls‘ Chairman Edmond Mahoney, „Ein Rekordschnitt und der teuerste Jährling auf einer Auktion weltweit, das ist schon sehr erfreulich. Zudem konnte sich die Verkaufsrate sehen lassen. Im Bereich von 200.000 Guineas plus haben wir mehr Pferde verkauft als im letzten Jahr, obwohl der Katalog 181 Jährlinge weniger umfasste.“ Möglicherweise war die Verknappung des Angebotes ein Plus für den Verkauf, geschuldet der geringeren Zahl von Fohlen in England und Irland. Interessant ist sicher aus die Tatsache, dass Stuten in diesem Jahr wesentlich gefragter waren als sonst. Tattersalls hatte sich allerdings auch bemüht, nur Stuten mit besten Pedigrees in den Katalog aufzunehmen.
Aus deutscher Sicht bleibt natürlich der Etzeaner Verkaufscoup mit der Galileo-Tochter aus der Peace Time ein absolutes Highlight (siehe Interview mit Ralf Kredel). Nachzutragen ist noch ein Kauf des Gestüts Ebbesloh, das für 30.000 gns. eine Teofilo-Stute aus der Go East (Highest Honor) an sich brachte. Go East, eine zweifache Listensiegerin, war vor einigen Jahren nach Italien verkauft worden, die Familie ist in Ebbesloh also bestens bekannt und wird jetzt noch einmal verstärkt.
Tattersalls October Yearling Sale - Book 1
2011 | 2010 | |
Angeboten | 446 | 595 |
Verkauft | 364 | 449 |
Umsatz | 51.634.000 gns. | 48.243.000 gns. |
Schnitt | 141.852 gns. | 107.445 gns. |
Tattersalls October Yearling Sale - Book 1 - Käufer
Käufer | Zahl | Summe |
John Ferguson | 33 | 6.036.000 gns |
Charlie Gordon-Watson BS | 19 | 5.305.000 gns. |
Demi O'Byrne | 16 | 4.940.000 gns. |
Shadwell Estate Co. | 16 | 2.695.000 gns. |
Blandford Bloodstock | 15 | 2.664.000 gns. |